Nein sagen – Grenzen setzen in 10 Schritten

«Könntest du heute länger bleiben?»

«Äh... ja.»  

Scheisse – Eigentlich wollte ich nein sagen.

Kennst du das?

Du tappst einfach immer wieder in Situationen in denen du ja sagst und nein denkst. Und danach ärgerst du dich.

Kein Problem! In diesem Artikel zeige ich dir 10 Schritte, mit denen du vom Ja-Sager zum stolzen Nein-Sager wirst, indem du:

  • Herausfindest wo deine Grenzen sind
  • Deine Angst vor dem Wort Nein verlierst
  • Lernst deine Grenzen zu verteidigen
  • Deine persönliche Nein Technik entwickelst

Und das komplett ohne Schuldgefühle!

Was? Wie soll denn das gehen?

Ich will ja nicht...

  • ... egoistisch sein
  • ... andere Gefühle verletzen
  • ... meine Freunde verlieren
  • ... ständig in Streit geraten
  • Keine Sorge. Diese Angst wird in nullkommanix aufgelöst sein.

    Nein sagen

    More...

    Ich zeige dir in diesem Artikel:

    1. 1
      Wir haben nicht gelernt Nein zu sagen
    2. 2
      Du kennst deine Grenzen nicht
    3. 3
      Du hast Angst 

    Wenn du diese Gründe verstehst und dir bewusst wirst, kannst du deine Angst vor dem Nein sagen auflösen.

    Grund 1: Du hast nicht gelernt Nein zu sagen

    Du kannst dich bestimmt noch an eine Szene erinnern, als du noch ein kleines Kind warst und deine Oma dir jedes Mal einen fetten Schmatzer geben wollte.

    Du hast es geschehen lassen, auch wenn du nicht von ihr geküsst werden wolltest.

    Sehr wahrscheinlich hast du von deinen Eltern nicht sowas gehört wie: 

    «Anna, wenn du nicht willst, dass Oma dich küsst dann sag einfach: ‘Nein Oma, ich will nicht geküsst werden’.»

    Eher nicht oder?

    Ziemlich sicher hast du eher gehört:  

    «Stell dich nicht so an, lass Oma doch die Freude.»

    Merke Dir

    Das heisst, wir haben von klein auf gelernt, es immer allen recht zu machen

    Sei brav

    Sei bloss immer die Liebe, Brave und Nette. Schau das die andern dich mögen. Helfe wo du kannst. Sei perfekt.

    Grund 2: Du kennst deine Grenzen nicht

    Du kennst deine Grenzen nicht.

    Das klingt jetzt hart. Aber nur durch die Wahrheit, kannst du etwas verändern.

    Wenn du nicht weißt, wo deine Grenzen liegen...

  • ...wie sollen denn die anderen wissen, wo deine Grenzen sind?
  • ...wie willst du deine Grenzen verteidigen, wenn du sie nicht kennst?
  • Solange du deine Grenzen nicht kennst und deshalb nicht setzt, darfst du dich auch nicht darüber ärgern, wenn andere über deine Grenzen treten.

    Was?

    Ja, richtig gehört...

    ...denn bei jedem Menschen sind Grenzen individuell.

    Wenn für dich eine Umarmung schon zu viel ist, ist bei der anderen ein zärtliches Küsschen auf die Wange zu wenig.

    Deshalb überschreiten wir ständig Grenzen, weil jeder Mensch andere Grenzen hat. Natürlich haben wir alle auch eine gewisse Toleranz, sonst wäre das Zusammenleben sehr kompliziert.

    Deine Grenzen zu kennen ist so extrem wichtig, weil du dann:

    • deine Energie schützen kannst
    • ein stärkeres Selbstwertgefühl hast)
    • du sie erst dann verteidigen kannst
    • deine Lebensfreude steigt
    Dein Energielevel 
    Dein Energielevel mit klaren Grenzen

    Deshalb lerne im ersten Schritt, wie du deine Grenzen überhaupt kennenlernst.

    Wo ist meine Grenze?

    Grund 3: Du hast Angst

    Du hast Angst, dass...

    • ... deine Freundin dich nicht mehr mag
    • ... deine Kollegen sich von dir abwenden
    • ... du nicht mehr beliebt bist
    • ... dein Chef dir kündigt
    • ... man dich nicht mehr um Hilfe bittet

    Willst du dich von dieser Angst wirklich zurückhalten lassen? (Verlustangst überwinden in 4 Schritten)

    Nein das willst du natürlich nicht. 

    Ich werde dir in Schritt 2 erklären, wie du deine Angst loswirst.

    Folgendes gerne zweimal lesen:

    Merke Dir

    Wenn du Nein sagst, verschaffst du dir Respekt. Die Leute merken, oh... mit der kann man ja doch nicht alles machen.

    Das führt dazu, dass du interessanter wirst. Das führt dazu, dass man dir mehr zutraut und dich nicht mehr einfach ausnutzt.

    Deshalb lerne mit dieser Anleitung, wie du selbstbestimmt lebst. Auch dann, wenn du blutiger Anfänger bist.

    Let’s go!

    Schritt 1: Kenne deine Grenzen

    Weißt du was Nein überhaupt bedeutet?

    Es ist ein Synonym für:

    "Stopp! Hier ist eine Grenze und zwar meine!"

    Deshalb ist es logisch, dass du nicht Nein sagen kannst, wenn du deine Grenze nicht kennst. 

    Es gibt 3 Indizien, mit denen du herausfindest wo deine Grenzen liegen:

    1. 1
      Dein Bauchgefühl
    2. 2
      Selbstreflexion
    3. 3
      Spass

    1. Das Bauchgefühl

    Wenn du Ja sagst, obwohl du Nein meintest, dann achte mal auf dein Bauchgefühl. Meistens zieht sich da irgendwas zusammen, wenn du nicht für dich eingestanden bist.

    Es fühlt sich so an, als würde dein Bauch an deiner Freude und Energie ziehen. 

    Merke Dir

    Genau dieses Gefühl ist ein Indiz dafür, dass gerade eine Grenze von dir überschritten worden ist.

    Na super. Jetzt ist es schon spät.

    Ja, deine Grenze wurde überschritten. Aber dafür weisst du jetzt, dass da eine Grenze von dir ist.

    Das nächste Mal verteidigst du sie.

    Dein Bauchgefühl

    Mensch, jetzt fühlt sich das so scheisse an. Ich verurteile mich, weil ich nicht für mich eingestanden bin.

    Nein, du musst dich nicht verurteilen. Warum auch? 

    Erstens lernst du jetzt erst deine Grenzen kennen und zweitens bist du nicht die Einzige der es so geht.

    Wenn du dich ärgerst, dann hier ein Extra Tipp:

    EXTRA - TIPP

    Sprich den Ärger aus. Gestehe ihn dir ein. Du darfst ihn sogar der Person kommunizieren, die über deine Grenze getreten ist. Du kannst sowas sagen wie:

     

    «Ich ärgere mich. Es liegt nicht an dir, es liegt an mir. Ich habe meine Grenze nicht verteidigt.»

    Merke Dir

    Das Gefühl ist scheisse ja. Aber es wird nicht besser, wenn du dich gegen das Gefühl sträubst. Im Gegenteil, es wird immer schlimmer.


    Deshalb nimm das Gefühl so an wie es ist. 

    Sage dir bewusst:


    «Ja, ich habe jemanden über meine Grenze schreiten lassen. Es fühlt sich nicht gut an. Das nächste Mal verteidige ich meine Grenze. Es ist okay, wie es ist.»

    Du hast dich dafür entschieden, heute Ja zu sagen. Nächstes Mal entscheidest du dich für ein Nein.

    2. Die Selbstreflexion

    Überlege dir mal, wo du in letzter Zeit Ja gesagt hast und dich danach geärgert hast.

    Fallen dir da ein paar Beispiele ein? 

    Zum Beispiel, hast du einer Kollegin Geld geliehen obwohl du wusstest, dass du das Geld nie wieder zurückbekommst?

    Oder du hast Freunde nach Hause gefahren, obwohl es für dich ein riesiger Umweg war?

    EXTRA - TIPP

    Nimm dir jetzt ein Blatt zur Hand und schreibe ALLES auf, was dir einfällt. Wo hast du Ja gesagt, dich dabei aber unwohl gefühlt?


    (Nimm dir wirklich ein Blatt, denn bei Schritt 5, wirst du dieses Blatt wieder brauchen )

    Noch mehr Übungen findest du hier:

    Freebie
    Lerne NEIN zu sagen
    + Bonus "Hilfe, ein Typ belästigt mich"
    • Ich fühle mich scheisse - Was jetzt?
    • Wie zeig ich dem Typ endgültig meine Grenzen?

    Jetzt hast du eine Sammlung an Situationen und kannst anhand dieser herausfinden, wo deine Grenzen liegen. 

    Was willst du nicht mehr einfach mit dir machen lassen?

    Schau dir an was du aufgeschrieben hast. 

    Du bekommst plötzlich eine Klarheit – stimmt’s?

    3. Spass

    Wenn du ab jetzt Verpflichtungen übernimmst, dann achte darauf wie du dich fühlst.

    Erledigst du die Verpflichtung gerne?

    Tust du diesen Gefallen für deine Freundin, weil du ihr wirklich helfen möchtest?

    Hast du Freude und Spass an dem was du machst? Fühlst du dich gut?

    Wenn du das mit Nein beantworten musst, dann hast du eine Verpflichtung übernommen, die über deine Grenze hinausgeht.

    So findest du heraus, ob du etwas machst, dass du in Zukunft nicht mehr machen willst.

    Warum respektieren die anderen meine Grenze nicht?

    Aber was mach ich jetzt mit all den Situationen und Menschen, die über meine Grenze geschritten sind?

    Ärgere dich bitte nicht über die andere Person, die einfach so über deine Grenze watschelte.

    Was? Warum das denn jetzt?

    Ganz einfach, weil diese Person nicht wissen konnte, dass dort eine Grenze von dir ist.

    Wenn du einen Garten hast, aber nicht weisst, wo die Grenze dieses Gartens ist, dann wissen es auch die anderen nicht.

    Dann kannst du zu sehen, wie andere Leute einfach auf deinem Garten rumtrampeln, und du fragst dich:

    «Warum respektieren die meine Grenzen nicht?»

    Wenn du aber einen Zaun um deinen Garten legst, dann trampelt niemand mehr einfach so auf deinem Garten rum.

    Grenzen setzen

    Quelle: Asterix - die Trabantenstadt

    Leuchtet ein - oder?

    Grenzen verteidigen

    Quelle: Asterix - die Trabantenstadt

    Gut. Du weißt jetzt langsam wo deine Grenzen sind oder wie du herausfindest wo sie sind. 

    Damit du so stark wirst die Gallier, die ihre Grenzen extrem hartnäckig verteidigen, musst du lernen, deine Grenzen zu respektieren...

    Schritt 2: Werde dir deiner Grenzen bewusst und respektiere sie

    Du kennst jetzt deine Grenzen.

    Nun musst du dir ihnen auch bewusst werden und sie verstehen. Denn wenn du sie verstehst, kannst du sie auch respektieren.

    Stopp!!
    • Wann hast du dich das letzte Mal im Kontakt mit einem anderen Menschen unwohl gefühlt? 
    • Ist dir jemand zu Nahe gekommen? Hat jemand Wörter benutzt, die du nicht hören willst? 
    • Welche Verpflichtung, welchen Gefallen oder welche Behandlung kannst und willst du nicht weiter tolerieren?
    • Welche Bedürfnisse sind dir so wichtig, dass du dessen Grenze unbedingt verteidigen willst? (z.B Bedürfnis nach Schlaf, faires Verhalten, Freundlichkeit, Respekt)
    • Wofür setzt du dich ein, wenn eine bestimme Sache verletzt wird? (z.B wenn du siehst, dass ein paar ältere Jungs einen kleinen Jungen mobben)

    Und jetzt überlege dir welche Menschen weiter über deine Grenzen gehen dürfen als andere. Und das für dich völlig in Ordnungist.

    • Welche Menschen dürfen dir näherkommen, als andere?
    • Von welchen Menschen nimmst du Feedback oder Kritik an? Von welchen nicht?
    • Wer darf etwas, das andere nicht dürfen?
    • Wem erlaubst du Dinge, die du anderen nicht erlaubst?

    Dir über deine Grenzen bewusst zu werden ist mal Punk A.

    Punkt B ist, sie auch zu respektieren und zu akzeptieren.

    Ist ja klar, dass das nicht so einfach ist...

    ... man gibt ja nicht gerne zu, dass man nich so offen ist wie man gern wäre...

    ... oder, dass man nicht so lange durchhält, wie man gerne würde?

    Du möchtest am liebsten von heute auf morgen all deine Ziele erreicht haben.

    Einfach mit den Fingern schnipsen und Zack alles können.

    Versuche aber bitte nicht perfekt zu sein. Denn damit blockierst und verlangsamst dich nur unnötig. Perfektionismus führt, wenn es überhaupt irgendwo hinführt, in die Deppression.

    Wenn du deine Grenzen akzeptierst, dann hast du Lebensfreude, Kraft und Energie. Sobald du deine Grenzen respektierst, kannst du sie erweitern. 

    Das erkläre ich dir später in diesem Artikel auch noch.

    Aber jetzt geht’s zuerst ans Nein sagen.

    Das ist für dich immer noch schwierig? Sogar undenkbar?

    Dann musst du jetzt herausfinden, was dich zurückhält, das Wort «NEIN» auszusprechen.

    Schritt 3: Was hält dich zurück Nein zu sagen?

    Erinnerst du dich an die Gründe, wieso Nein sagen so schwierig ist?Da knüpfen wir jetzt wieder an.

    Und zwar an:

  • Deiner Angst
  • Deinen Glaubenssätzen
  • Deinen Zielen
  • Deine Angst

    Du hast Angst, dein Chef könnte dir kündigen, wenn du sagst:

    «Nein, heute kann ich nicht länger bleiben.»

    Oder du hast Angst, deine Freundin mag dich nicht mehr, wenn du ihr sagst:

    «Nein sorry, ich kann dich morgen nicht nach Hause fahren.»

    Jetzt frage ich dich... ist deine Angst real?

    Denkst du wirklich, dein Chef kündigt dir sofort, wenn du einmal Nein sagst?

    Wie machen das denn deine Kollegen? Sagen die etwa immer Ja? Oder hat dein Chef denen gekündigt, weil sie nicht so wie du seine Extra Jobs übernehmen wollten?

    Und was ist mit deiner Freundin? Würde die dir die Freundschaft kündigen, weil du sie einmal nicht nach Hause fahren kannst? Oder willst? – Ob sie dann wirklich eine richtige Freundin ist, ist dann die nächste Frage.

    Hole dir mal deine ganzen Ängste vor Augen und frage dich, wie real die Angst ist. Oft neigen wir dazu, zu übertreiben.

    Wenn dir das bewusst ist, kannst du dir damit deine Angst schon auflösen.

    Glaubenssätze

    Kann es sein, dass du meinst, du musst es immer allen recht machen?

    Oder, dass du perfekt sein musst?

    Denkst du, dass du allen gefallen musst?

    Hm.

    Meine Frage an dich ist jetzt, liebe Freundin:

    «Willst du es wirklich weiterhin immer allen recht machen?»

    Und dabei deine eigenen Bedürfnisse zurückstecken?

    Lass mir dir eines gesagt sein...

    Merke Dir

    ... wenn etwas auf dieser Welt unmöglich ist, dann, dass dich alle lieben.

    Das geht nicht.

    Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

    Ja und jetzt, überlege dir mal... 

    ... wenn du so weitermachst, dann spielst du in deinem eigenen Film (lese Leben) Statist. Aber es ist dein Film. DU solltest die Hauptrolle spielen.

    Wenn du nicht für dein Leben entscheidest, dann entscheiden die andern für dich. Und rate mal was die anderen für dich geplant haben...

    Nicht viel.

    Dein Leben ist ohne deine Fähigkeit, Nein zu sagen, fremdbestimmt. 

    NEIN zu sagen, ist der erste Schritt zur Freiheit

    Nein ist der Weg, zu einem selbstbestimmten Leben.

    Kleiner Test

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    Deine Ziele

    Hast du Ziele im Leben?

    Willst du was Bestimmtes erreichen?

    Oder eierst du mehr oder weniger planlos in deinem Leben herum?

    Wenn das der Fall sein sollte, dann wundere dich nicht, wenn du dazu neigst öfter mal Ja zu sagen.

    Stell dir vor du fährst Auto, weißt aber gar nicht so recht wohin.

    Kenne deine Ziele

    An jeder Ampel, an jeder Kreuzung müsstest du dich fragen wo du abbiegen möchtest. 

    An jeder Kreuzung bist du beeinflussbar.


    Wenn du aber genau weisst wohin du fahren willst...


    ...dann sagst du Nein, wenn eine Bitte dich von deinem Weg abbringen würde.

    Klar oder?

    Deshalb lege ich dir ans Herz, dir mal ganz klar darüber Gedanken zu machen, wohin du im Leben überhaupt willst.

    Schritt 4: Entwickle einen gesunden Egoismus

    Mit diesem Schritt, lösen wir gleich noch einen weitverbreitetsten Glaubenssatz:

    «Wer Nein sagt ist ein Egoist.»

    Pfff. Von wegen! 

    Ganz im Gegenteil:

    Wenn ich dir sage, entwickle einen gesunden Egoismus, dann meine ich damit nicht, dass du nie wieder jemandem helfen solltest.
    Nein, sondern es geht darum, dass du deine Bedürfnisse anerkennst und respektierst.

    Merke Dir

    Wie willst du anderen helfen, wenn es dir selbst nicht gut geht?

    Zwei-drei Leuten kannst du vielleicht ja helfen, aber danach hast du keine Energie mehr.

     Wenn du aber vorher darauf achtest, dass dein Energielevel hochbleibt, dann kannst du langfristig anderen Menschen helfen.

    Gibst du aber aus einem Mangel heraus etwas, dann erwartest stets was zurück.


    Gibst du aber aus einem Überfluss heraus, dann erwartest du nichts zurück.

    Leuchtet dir das ein?

    Wenn du bis jetzt alles verstanden hast, dann können wir jetzt loslegen, dass Nein sagen zu trainieren.

    Jetzt legen wir so richtig los!

    Schritt 5: Nein sagen soll geübt sein

    Oft werden wir überrumpelt und sagen wie automatisch einfach Ja.

    Damit das nicht mehr passiert, musst du das Wort Nein üben, damit es dir nicht mehr fremd vorkommt. 

    EXTRA - TIPP

    Wenn es dir schwer fällt Nein zu sagen, dann baue das Wort Nein so oft wie möglich in deinen Alltag ein.


     Und zwar in Situationen, in denen du «anonym» bleibst.


    Das heisst:

    (Überlege kurz selbst deine Antwort, dann schau dir die Lösung an)

    Du wirst von einer Hilfsorganisation angehalten... Du hast aber keine Zeit und kein Bock:

    Die Kassiererin bitte dich um Kleingeld. Du hast aber keine Lust jetzt nach Kleingeld zu grübeln:

    Du bekommst ein unerwünschtes Werbetelefon:

    Du merkst, das sind alles Situationen in denen dein Nein absolut niemanden verletzt... 

    Perfekt um dir dieses Wort vertraut zu machen.

    Nein im Alltag

    Später kannst du dein Nein in scharfe Situationen einbauen...

    Weil ein einfaches Nein am Anfang noch mega schwierig ist, kannst du vorgehen, wie ich in Schritt 8 erklären werde. 

    Mit dem nächsten Schritt lässt du dich nie wieder überrumpeln und verhinderst, dass automatisch ein Ja über deine Lippen rollt.

    Schritt 6: Vorausschauen

    Nimm jetzt das Blatt aus Schritt 1 (Selbstreflexion) hervor und schau dir an, was du aufgeschrieben hast.

    Findest du typische Situationen, denen du immer wieder begegnest?

    Hast du vielleicht eine Freundin, die dich immer wieder um Geld gebeten hat?

    Oder hast du einen Arbeitskollegen, der dich regelmässig fragt ob du ihn nach Hause fährst?

    Überlege dir wo in den nächsten Tagen eine Verpflichtung auf dich eintrudeln könnte...

    Wenn du dir diese Person vor Augen hast und genau weißt, wie sie dir diese Bitte stellen wird, kannst du dich mental darauf vorbereiten nicht sofort Ja zu sagen.

    Ein einfaches Nein ist schwierig...

    Dafür muss man üben...

    Und den eigenen Selbstwert erhöhen.

    Merke Dir

    Je häufiger du deine Grenzen verteidigst, umso schneller steigt auch dein Selbstwertgefühl)

    Deshalb lege dir jetzt im Voraus einen Satz fest, den du in einer solchen Situation sagst...

    Einen Satz der dein automatisches Ja ersetzt.

    EXTRA - TIPP

    Das könnte z.B etwa so klingen:


    «Danke, dass du an mich gedacht hast. Ich muss zuerst in meinem Terminkalender nachschauen. Ich gebe dir in 1 Stunde Bescheid.»

    Dann folgt Schritt 6...

    Schritt 7: Höre in dich hinein

    Bevor du dich für ein Ja oder ein Nein entscheidest, stelle und beantworte für dich folgende Fragen:

    • Was genau wird von mir erwartet? Welche Verpflichtung soll ich eingehen? Geht’s um eine Arbeit? Ist es eine Bitte?
    • Wer bittet mich um etwas? Mag ich diese Person? Ist er ein Freund von mir? In welcher Beziehung stehen wir zueinander?
    • Wie viel Energie und Lust habe ich jetzt gerade selbst?
    • Wer oder was muss zurücktreten, wenn ich dieser Verpflichtung nachgehe?
    • Wie häufig habe ich diesem Menschen schon etwas von mir gegeben?
    • Wie häufig habe ich von diesem Menschen etwas bekommen?
    • Will ich der Bitte nachgehen? Oder will ich es gar nicht tun?
    • Was für Konsequenzen hat ein Nein?
    •  Was für Konsequenzen hat ein Ja?

    Du kannst dir diese Fragen auch als eine Checkliste ausdrucken und sie am Anfang immer durchgehen, bevor du eine Entscheidung fällst.

    Mache dir die Konsequenzen bewusst.

    Dann entscheidest du dich für ein Ja oder ein Nein.

    Egal wie du dich entscheidest... deine Entscheidung ist okay. Finde dich mit der Konsequenz ab, die deine Entscheidung mit sich bringt.

    Wenn du dich für ein Ja entschieden hast, dann gibt es jetzt verschiedene Möglichkeiten wie du Nein sagen kannst.

    Schritt 8: Wie sage ich Nein?

    Stelle dir dein Nein mit verschiedenen Bauklötzen vor, die du für den perfekten Satz aneinander reihen kannst...

    Du musst nicht immer jeden Bauklotz benutzen. Picke dir die raus, die am besten zur Situation passen, in der du Nein sagen willst.

    EXTRA - TIPP

    Als allererstes bleibst du ruhig und entspannt...

    Du hörst aufmerksam zu und benutzt dann den Bauklotz Nummer 1...

    Bauklotz 1 «Aufnahme und Wertschätzung»

    Du nimmst erstmal den Gefallen oder die Verpflichtung entgegen...

    Dann sagst du sowas wie:

    «Danke, dass du an mich gedacht hast» (Oder ähnlich)

    Aufnahme und Wertschätzung

    Oder du hängst noch eine Wiederholung an wie z.B

    «Danke, dass du mich als geeignet siehst für diese Aufgabe.»

    Dank, Wertschätzung u. Wiederholung

    Bauklotz 2 «Zeit verschaffen»

    Wie in Schritt 7 schon erwähnt, kannst du dir Zeit verschaffen indem du sowas sagst wie:

    «Das kann ich dir jetzt nicht sagen. Lass mich das abchecken. Ich melde mich morgen bei dir.»

    Zeit verschaffen

    Achtung vor Hartnäckigen Fragestellern, dazu beachte Schritt 9

    Bauklotz 3 «Diplomatisches Nein»

    Sage diplomatisch Nein, in dem du etwas sagst wie:

    «Ich habe leider keine Zeit. Aber frag doch mal Lisa oder Tim.»

    Diplomatisches Nein

    Stehe zu deinem Nein. Überlege dir aber, wer denn stattdessen die Bitte für dich übernehmen könnte.

    Damit zeigst du, dass es echt nicht geht, aber du nimmst den Gefallen ernst nimmst.

    Bauklotz 4 «Alternatives Nein»

    Sage Nein und biete eine Alternative an. Achtung, das geht aber nur dann, wenn die Alternative für dich stimmt.

    Wenn dich z.B dein Chef fragt ob du morgen länger bleiben könntest, du das aber nicht kannst oder kein Bock hast, dann sage sowas wie:

    «Am Freitag kann ich gerne länger bleiben. Am Dienstag geht’s nicht.»

    Alternatives Nein

    Merke Dir

    Das sagst du aber nur, wenn für dich die Alternative okay wäre.

    Bauklotz 5 «Keine Rechtfertigung»

    Wichtig ist, dass du dich nicht rechtfertigst...

    ... und auch, dass du nicht beginnst dich zu erklären.

    Eine kurze und knackige Erklärung ist aber völlig in Ordnung.

    Du könntest sagen:

    «Leider Nein, dann ist bei mir richtig viel los.» 

    Wenn du ein bisschen schlagfertiger werden möchtest, wird dir dieser Artikel weiterhelfen: ​Schlagfertigkeit lernen

    Keine Rechtfertigung

    Merke Dir

    Hüte dich davor, zu viel zu erklären.

    Das geht den anderen auch gar nichts an.

    Du gibst ihm nur eine kurze Begründung aus Höflichkeit.

    Schritt 9: Hüte dich vor Verführern

    Nein, ich meine nicht die Verführer, die wir Frauen gerne haben...

    Ich meine diejenigen, die es einfach immer schaffen uns ein Ja zu entlocken. Sogar dann wenn wir vorher felsenfest Nein geantwortet haben.

    Wie kriegen die das nur immer hin?

    Ganz einfach:

  • sie machen dir Schuldgefühle
  • sie bezeichnen dich als Egoisten
  • sie erwecken bei dir Mitleid
  • Achtung...

    Merke Dir

    Das ist ihre Meinung. Und die entspricht nicht der Wahrheit.

    Du weißt jetzt ganz genau wo deine Grenzen sind...

    Du respekteirst deine Grenzen...

    Und du weißt wie viel Kraft und Energie du gerade zur Verfügung hast.

    Merke Dir

    Deshalb hast du dich für ein Nein entschieden und bleibst dabei.

    Aber was kannst du machen um bei diesen Verführen nicht einzuknicken?

    Du wendest den Trick an der sich «Sprung in der Platte» nennt.

    Das bedeutet:

    1. 1
      Du wiederholst das Argument, dass der Verführer zu dir sagt
    2. 2
      Dann bringst du einfach immer wieder den gleichen Satz.

    Ein kleines Beispiel...

    ...ein Kollege von dir, nennen wir ihn Tim, möchte sich dein geliebtes Fahrrad leihen. Du willst es ihm aber nicht leihen. Aus welchem Grund ist egal. Weil du es selbst brauchst, oder weil du das einfach niemandem leihen möchtest.

    Die Szene könnte sich etwa so abspielen:

    Tim: «Hey kannst du mir bitte morgen dein Fahrrad leihen?»

    Du: «Danke, dass du dabei an mich denkst, aber ich brauche es selbst. Ich möchte dir mein Fahrrad nicht leihen. (das ist dein Satz)»

    Tim: «Aber wieso denn nicht? Du fährst du ja sowieso immer mit dem Auto.»

    Du: «Ich verstehe, dass du denkst ich fahre immer mit dem Auto, aber ich möchte dir mein Fahrrad nicht leihen.»

    Tim: «Das finde ich jetzt richtig egoistisch von dir.»

    Du: «Ich höre, dass du das egoistisch findest, doch mein Fahrrad möchte ich dir nicht leihen.» (du kannst den Satz auch leicht umstellen)

    Tim: «Aber ich kann mir kein eigenes Fahrrad leisten.» (Achtung will Mitleid erregen)

    Du: Es tut mir Leid, dass du dir kein eigenes Fahrrad leisten kannst. Mein Fahrrad möchte ich dir aber nicht leihen.»

    Ich verspreche dir, mehr als 3 Mal wird er kein neues Argument hervorbringen.

    Hier noch ein Extra Tipp, für den Verführer der gerne sowas sagen wie:

    EXTRA - TIPP

    «Ich verstehe dich einfach nicht.


    Die beste Antwort, die du darauf gibst ist:

    «Das musst du auch nicht verstehen.»

    Schritt 10: Konfliktbereitschaft

    Weisst du was einer der grössten Unterschiede ist von Selbstebwussten und nicht selbstbewussten Menschen?

    Ich sag’s dir:

    UNselbstbewusste Menschen sind:      

    • Harmoniesüchtig
    • Heisst: Sie stehen lieber einmal weniger für sich ein.
    • Hauptsache es gibt keinen Streit.

    Selbstbewusste Menschen sind:

    • Konfliktbereit
    •  Heisst: Stehen lieber einmal mehr für ihre
    •  Bedürfnisse ein, auch wenn sie dafür eine Auseinandersetzung haben

    Also meine liebe Freundin...

    Das ist der Grund warum es so extrem wichtig ist, seine eigenen Grenzen zu respektieren UND ein Ziel vor Augen zu haben für das es sich lohnt, seine Grenzen zu verteidigen.

    Denn erst dann traut man sich auch in einen Konflikt hinein.

    Und erst wenn bereit ist einen Konflikt in Kauf zu nehmen, kann man erfolgreich seine Grenzen verteidigen.

    Mach dir das bitte bewusst.

    Vor allem am Anfang, wenn du erst damit beginnst, deine Grenzen zu verteidigen, wirst du auf Wiederstand stossen.

    Denn das gefällt den Leuten logischerweise ganz und gar nicht.

    Wenn die merken, dass du jetzt plötzlich Grenzen hast, dann wird es für sie unbequem und sie müssen ihre Dinge wieder selbst erledigen.

    Grenzen erweitern

    Je mehr Grenzen du hast und je enger deine Grenzen sind, umso häufiger musst du natürlich Nein sagen.

    Oder umso häufiger stehst du vor einer Grenze, die dich hindert weiter an deinem Ziel zu arbeiten.

    Und es ist umso anstrengender, weil du immer auf der Hut sein musst, dass niemand über deine Grenze tritt.

    Ein Beispiel wo du auch eine Grenze haben könntest:

    Wenn du in einem Kaffee sitzt und gemütlich arbeiten möchtest, tauchen am Tisch nebenan plötzlich laute Plappertanten auf. Dann ärgerst du dich tierisch.

    Aber genau das ist ebenfalls eine Grenze. DU ärgerst dich, weil deine Grenze «Du willst absolute Ruhe» gestört wurde. Wenn du deine Grenze aber erweiterst, könntest du gelassener sein, und diese Plappertanten würden dich überhaupt nicht stören.

    Und wie erweitere ich meine Grenze?

    Antwort:

    Mit Entspannung.

    Nehme dir 5 Minuten am Tag Zeit und entspanne dich. Gehe in dich hinein. Atme ruhig ein und aus. Du wirst sehen, das bewirkt Wunder.

    EXTRA - TIPP

    Fang an, regelmässig zu meditieren. So kannst du kontinuierlich deine Grenzen erweitern.

    Häufige Probleme

    Vampire – Heimliche Blutsauger

    Meistens wenn du Nein sagst, ist das für die anderen überhaupt kein Problem.

    Denn Nein sagen ist etwas ganz Normales.

    Dennoch kann es sein, dass du Menschen begegnest oder in deinem Leben hast, die deine Grenzen nicht respektieren.

    Du erkennst sie daran, wenn sie immer wieder versuchen:

  • Dir Schuldgefühle einzureden
  • Mitleid zu erregen
  • Dich als Egoisten abzustempeln
  • Dir zu drohen
  • ... Und alles was dir nicht gut tut
  • Diese Menschen – verbanne sie aus deinem Leben!

    Wenn sie sogar das nicht akzeptieren, dann versuche so wenig wie möglich mit ihnen in Kontakt zu treten.

    Hilfe, ein Typ belästigt mich. Er lässt mich einfach nicht in Frieden.

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    • Wie du diesen Typ ein für alle Mal zurückweist
    • Wie du nie wieder Typen an dich lässt, die deine Grenzen nicht respektieren
    • Wie du mit dem Scheiss Gefühl umgehst, wenn Typen massiv über deine Grenzen getreten sind.
    • Wie du mit dem Scheiss Gefühl umgehst, wenn du dich schlecht fühlst, weil du einfach nicht «Nein, ich will das nicht» sagen konntest
    Freebie
    Lerne NEIN zu sagen
    + Bonus "Hilfe, ein Typ belästigt mich"
    • Ich fühle mich scheisse - Was jetzt?
    • Wie zeig ich dem Typ endgültig meine Grenzen?

    Ich habe Angst die Grenze zu setzen

    Kein Problem. Entspann dich.

    Wenn du jetzt noch keine Grenzen setzen kannst dann übe es an simplen Situationen, in denen es dir leichter fällt. So wirst du automatisch immer besser darin.

    Ich kann einfach nicht Nein sagen

    Auch das übst du einfach in einfach Situationen.

    Wenn du Ja sagst, dann entscheide dich bewusst Ja zu sagen.

    Du entscheidest ob du Ja oder Nein sagst.

    Solange du dich den Konsequenzen deiner Entscheidung bewusst ist, ist das kein Problem.

    Du übst dann in Ruhe weiter, bis du es schaffst, in dieser Situation Nein zu sagen.

    Fazit

    Du möchtest am liebsten von heute auf morgen all deine Ziele erreicht haben. 
    Einfach mit den Fingern schnipsen und Zack alles können.

    Versuche aber bitte nicht perfekt zu sein. Denn damit blockierst und verlangsamst dich nur unnötig. Perfektionismus führt, wenn es überhaupt irgendwo hinführt, in die Depression.

    1. 1
      Erkenne deine Grenzen
    2. 2
      Erkenne was dich zurückhält Nein zu sagen
    3. 3
      Übe nein sagen und bereite dich vor
    4. 4
      Verteidige deine Grenzen

    Du wirst sehen, dass dein Selbstbewusstsein und dein Selbstwertgefühl in die Höhe schiessen, wenn du diese Schritte befolgst.

    Fang heute damit an!

    Ich wünsche dir viel Spass.


    Setze klare Grenzen

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    Very bad!BadHmmmOkeGood!
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    Kennst du jemand dem das hilft? Dann gerne teilen.
  • Endlich mal jemand, der nicht nur an der Oberfläche schürfft, sondern sich weit zur Seele runtergräbt! Tipps die auch wirklich etwas bewirken! Ich kenne nun meine Grenzen und werde in Zukunft mit einem guten Gefühl NEIN sagen können.
    Vielen Dank dafür!